Faustregeln für die Fotoarchivierung.

Ein Leitfaden von Sebastian Dobrusskin, Wolfgang Hesse, Martin Jürgens, Klaus Pollmeier, Marjen Schmidt.

4., wesentlich erweiterte und aktualisierte Auflage
Esslingen: Museumsverband Baden-Württemberg, 2001
(Rundbrief Fotografie; Sonderheft 1). 

126 Seiten, 10x21 cm, Spiralheftung, ISSN 0945-0327,
EUR 15,25/17,75 (Inland/Ausland inkl. Versand u. MwSt.)

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Inhalt

VORWORT

Fotografien überliefern seit mehr als 160 Jahren Erscheinungen und Deutungen der Welt. Sie prägen unser Sehen: Sie sind das optische Gedächtnis des Industriezeitalters. Neben die Silberhalogenidfotografie sind neue technische Bildmedien getreten, von denen nun die Digitaldrucke in die vierte Auflage der "Faustregeln für die Fotoarchivierung" aufgenommen wurden. Unter Digitaldruck wird im Zusammenhang dieses Regelwerks jeder direkte, d.h. ohne fotomechanische Druckformherstellung erzeugte Ausdruck einer digitalen Bildinformation verstanden, der nicht durch Belichtung von fotografischem Material zustandekommt.

Fotografien sind sehr fragile Gegenstände. Sie zu bewahren erfordert große Sachkenntnis. Obwohl die Verfahren ihrer Herstellung außerordentlich unterschiedlich waren und sind, gibt es doch einiges Gemeinsame. Deshalb lassen sich die Bedingungen ihrer Archivierung, Publikation und Ausstellung sowie eines schonenden Umgangs mit ihnen in Faustregeln zusammenfassen; nämliches gilt auch für Digitaldrucke.

Nicht alle hier geforderten Maßnahmen sind kostenlos oder zumindest preiswert. Doch abgesehen davon, daß alle Bemühungen in Relation zur Grundaufgabe - der Bestandserhaltung - gesehen werden sollten, lassen sich manche Verbesserungen nahezu kostenlos bewerkstelligen: Dies gilt vor allem für die Fehler, die man und frau vermeiden lernt. Auch so gesehen baut die vierte, wiederum kritisch durchgesehene und wesentlich erweiterte Auflage auf den vorausgegangenen auf.

Die "Faustregeln für die Fotoarchivierung" strukturieren verstreutes Einzelwissen und wollen als Anleitung und Leitfaden für eine differenzierte Beschäftigung dienen. Hierfür dienen Literaturhinweise sowie erstmals die Namen von in Deutschland, Österreich und der Schweiz ansässigen Spezialist/innen für Fotokonservierung und -restaurierung.

Auch die Gestaltung soll diesem Anliegen nutzen. Deshalb wird neben der Textkolumne außer Literaturhinweisen auch Platz für eigene Notizen angeboten. Die in der vorliegenden Auflage verwendete Spiralbindung kommt häufigem Gebrauch entgegen, und das neu eingeführte Register wie die nunmehr durchnumerierten Regeln werden das Nachschlagen bestimmter Inhalte erleichtern.

Wir hoffen, daß die Broschüre als Handwerkszeug nützlich sein wird - zum Vorteil der von Ihnen betreuten Sammlungen. Kritik und Anregungen können späteren Ausgaben nutzen, und wir laden deshalb ausdrücklich hierzu ein. Zugleich bitten wir um Nachsicht, insbesondere was die Aussagen zu Digitaldrucken angeht. Gerade bei deren rasanter Entwicklung läßt sich vieles nicht vorhersehen, und das Internet bietet zahlreiche Innovationen nahezu zeitgleich an. Erste Orientierung darauf geben die im Anhang aufgeführten Links.

Angesichts solcher Sachverhalte sowie der trotz aller Sorgfalt letztendlich begrenzten Sicherheit der getroffenen Aussagen weisen wir ausdrücklich darauf hin, daß Autoren und Herausgeber nicht für Schäden haften, die aus der Anwendung der "Faustregeln für die Fotoarchivierung" oder durch hier benannte Firmen und Personen entstehen könnten.

Umso mehr gilt: Wie in allen Fragen der Sammlungspflege kommt (nicht nur) hier Ihrer verantwortlichen Eigentätigkeit die praktisch entscheidende Rolle zu.

Sebastian Dobrusskin, Wolfgang Hesse, Martin Jürgens, Klaus Pollmeier, Marjen Schmidt

FAUSTREGELN

Vermeiden Sie den Irrtum, daß Fotografien und Digitaldrucke beliebig reproduzierbar seien und deswegen ihre Erhaltung als Originale zweitrangig wäre.
Nutzen Sie die überlieferten Aufnahmen in ihrer einmaligen, komplexen Materialität und nicht nur mit ihrer Bildinformation als vielschichtige historische Quellen. (Faustregel Nr. 1)



© bei Autoren und Redaktion. Angaben ohne Gewähr. Stand: 02.07.2009 (bzw. Zeitpunkt der Print-Veröffentlichung). Webmaster: Wolfgang Jaworek