Die Farbe - Farb- und Lichttheorien: Young, Helmholtz und Maxwell - Licht- und Farbenempfindlichkeit im 19. Jahrhundert - Sensibilisierungsfarbstoffe im 19. Jahrhundert - Hilfsmittel bei Reproduktionen (Farbfilter - Beleuchtung - Farbtafeln - Retusche) - Die farbtonrichtige Wiedergabe als Aufgabe
Seit der Erfindung der Daguerreotypie wurde die Schärfe und die detailgetreue Abbildungsqualität der entstandenen Fotografien gepriesen. Nichts lag näher, als die Fotografie zu Reproduktionszwecken von Stichen und Gemälden zu benutzen. Eine naturgetreue Wiedergabe der Originale bezog sich vorerst auf Gegenstandsformen und Oberflächenstrukturen sowie auf die Raumdarstellung im zentralperspektivischen System. In den frühen Fotografien konnten die farbigen Vorlagen nur in Helligkeitswerte zwischen Schwarz und Weiß umgesetzt werden. Innerhalb dieser Grauwertabstufungen gab es Unregelmäßigkeiten in der Wiedergabe der Farben - das Photomaterial war "farbenblind" und reagierte nur auf blaues Licht. Eine farbige Vorlage konnte demzufolge nicht allein auf fotografischem Wege in die tonwertrichtigen Grauwerte umgesetzt werden - es waren umfangreiche manuelle Eingriffe nötig, um ein naturalistisch akzeptables Ergebnis zu erzielen. Die Farb- und Lichttheorien sowie die unermüdlichen Forschungen zur Lichtempfindlichkeit fotografischer Schichten im 19. Jahrhundert brachten Licht in das Dunkel und führten um die Jahrhundertwende zu tonwertrichtigen und damit zu originalgetreuen Abbildungen des gesamten sichtbaren Spektrums und im weiteren zur heutigen Farbfotografie.
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