Dorothea Peters: "… die Theilnahme für Kunst im Publikum zu steigern und den Geschmack zu veredeln": Fotografische Kunstreproduktionen nach Werken der Berliner Nationalgalerie in der Ära Jordan (1874-1896). In: Verwandlungen durch Licht. Fotografieren in Museen & Archiven & Bibliotheken, Esslingen 2001 (Rundbrief Fotografie, Sonderheft 6), S. 163-210.

Titel

"Der Deutschen Kunst": Die Nationalgalerie und ihr Bildprogramm - Zur Kunstreproduktion um 1875 in Berlin (Gustav Schauer - Photographische Gesellschaft) - Eine "autorisirte photographische Ausgabe" der Nationalgalerie (Auftrag und Vertrag - Urheberrechtsfragen - Hanfstaengl / Defregger - Schauer - Allgemeine Schlußfolgerungen - Arbeitsbedingungen - Bildproduktion - Bildprogramm - Neuaufnahmen) - Die Nationalgalerie in Miniatur-Gravure

Zusammenfassung

"Keinem technischen Hülfsmittel der Gegenwart" - so begann der Kunsthistoriker Wilhelm Lübke 1873 seine sechs Spalten lange Rezension der "Dresdener Galerie in Photographien" - "ist die Kunstwissenschaft zu solchem Danke verpflichtet, wie der Photographie. Sie eigentlich hat uns erst in die Lage gesetzt, vergleichende Studien mit jener Sicherheit zu betreiben, auf welche der Wechsel subjektiver Stimmung, der Beleuchtung, der Tageszeit, des Aufbewahrungsortes keinen Einfluß mehr übt", und er endete ebenso euphorisch: "Für den Künstler, den Forscher, aber auch für jeden kunstliebenden Laien bilden diese herrlichen Blätter eine unvergleichliche Galerie, die mit einer Frische, Treue und Unmittelbarkeit, wie sie keiner anderen Art von Vervielfältigung zu Gebote stehen, Geist und Technik der großen Meister dem Auge und Verständniß nahe bringen". Nicht zuletzt dieses Dresdener Galeriewerk war die Empfehlung zu einer jahrelang andauernden engen Zusammenarbeit zwischen der Photographischen Gesellschaft und der Berliner Nationalgalerie mit ihrer im Aufbau befindlichen Sammlung zeitgenössischer Kunst. Erstmals berücksichtigtes Quellenmaterial ermöglicht konkrete Aussagen nicht nur über die Vertragsverhältnisse zwischen Künstlern und (foto)grafischen Kunstanstalten sowie über die Arbeitsmöglichkeiten der Fotografen auf der Museumsinsel. Ganz nebenbei erhält man auch Aufschlüsse über die Geschichte der Reproduktionsverfahren, darüber, wie die manuellen Verfahren der Kunstreproduktion (Kupferstich, Lithographie, Holzstich) über Ölfarbendruck und Fotografie im Zuge einer allmählichen Ökonomisierung schließlich von den photomechanischen Druckverfahren (Lichtdruck, Heliogravure, Autotypie) abgelöst und verdrängt wurden.





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