Demokratisierung, Kunst, Industrie - Aktuelles Interesse, aber keine Museumswürde - Ein Hoffotograf als Aushängeschild - Programm, Preis-, Vertriebs- und Verbreitungspolitik - Erste Bilanz, Kompromisse, Sparwirtschaft, Ausgliederung - Ästhetik und Funktion: Ludwig Angerer als Sachfotograf
Der Aufsatz versucht das Modell des Kunstgewerbemuseums, ausgehend vom Vorbild des 1856 gegründeten Londoner South Kensington Museums (heute Victoria & Albert Museum), als besonderen, ursprünglich auch durchaus ideologisch belehnten Kontext der frühen Etablierung einer Museumsfotografie zu charakterisieren, wie sie heute als Dienstleistung aller möglichen Museumseinrichtungen fast zu einer unauffälligen Selbstverständlichkeit geworden ist. Erinnert werden soll an die pathetischen Erwartungen, die seinerzeit in die photographische Reproduktion als kongenialen Herold einer Museumskonzeption gesetzt wurden, die ihre Kunst- und Bildungsinhalte in erklärter Abgrenzung von feudalen und klassizistischen Sammlungsinstitutionen demokratisieren wollte. Die Geschichte des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie mit seiner eifrigen Anlehnung an das South Kensington Museum und gestützt auf die für seine Zwecke idealen Leistungen der ersten Blüte der lokalen Wiener Photographenszene repräsentiert hier ein gut dokumentiertes und auch dadurch sehr sprechendes Beispiel.
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