Fotoausstellungen (VII): Mythos Amerika. Landschaft und
Menschen (Carolin
Förster) Fotografien tragen dazu bei, Bildvorstellungen zu formen, und
gleichzeitig reagieren Fotografen mit ihren Bildern auf
herrschende Erwartungen eines Publikums. Bilder von Landschaften
und Menschen greifen ästhetische, wissenschaftliche oder
soziale Themen auf und kommunizieren sie in verschiedenen Formen.
Porträt- und Landschaftsfotografie in Nordamerika haben
entscheidend zur Kultivierung zweier Bildtopoi beigetragen, die
seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Dimension moderner Mythen
erreicht haben: das Bild unberührter, dramatischer Landschaft
des Westens wie das Bild der Ureinwohner dieser Regionen, der
Indianer. Landschaftsinterpretationen: Ansel Adams - Menschenbilder im
Dienste der Forschung: Indianer - Indianer 1858-1928 - Anmerkungen
- Adressen
San Francisco Museum of Modern Art: http://www.sfmoma.org/adams
| Deutsches Centrum für Photographie an der Nationalgalerie
und der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin &endash;
Preußischer Kulturbesitz: http://www.smb.spk-berlin.de
| Museum für Völkerkunde Hamburg: http://www.voelkerkundemuseum.com
Konservatorisches
Flutschäden I: Das Bildarchiv des Archäologischen
Instituts Prag (Franziska
Frenzel-Leitermann, Robert
Reiß) Mitte August 2002 versank das Archäologische Institut der
Tschechischen Akademie der Wissenschaften zu Prag und mit ihm die
bedeutendste Sammlung archäologischer Fotodokumentationen der
Tschechischen Republik in den Fluten der Moldau. Das Bildarchiv,
das in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gegründet wurde,
umfaßt etwa 20.000 Glasplattendiapositive (8,5 x 8,5 cm).
Den wichtigsten Teil der Sammlung stellen Aufnahmen
archäologischer Grabungen vom gesamten Gebiet der ehemaligen
Tschechoslowakei aus der Zeit vor 1960 sowie ausgewählte
Aufnahmen von systematischen Grabungen und Rettungsgrabungen in
Böhmen aus den Jahren 1960-1989 dar. Ihr Wert ist umso
größer, als es sich in vielen Fällen um die
einzige erhaltene Bilddokumentation der archäologischen
Fundorte handelt. Auf anderen Diapositiven sind urgeschichtliche
und mittelalterliche Funde von Grabungen aus dem In- und Ausland
abgebildet, manche von ihnen wiederum gelten als das einzige
Dokument teilweise bereits verlorener Sammlungen. Ergänzt
wird das Ensemble durch Bilder von Fundorten und Karten zur
Verbreitung urgeschichtlicher Kulturen. Hilfe aus Dresden - Zustand der Sammlung - Schadensbild und
Sofortmaßnahmen - Diskussion verschiedener
Behandlungsmethoden (Trockene oder fast trocken erscheinende
Glasplattendiapositive, Feuchte Glasplattendiapositive, Nasse
Glasplattendiapositive) - Informationsgewinn durch Versuchsreihen
(Erläuterung der Abkürzungen, Schockgefrieren auf -24
°C, Lufttrocknung, Dia geöffnet, in Wasser gespült)
- Zusammenfassung der Versuchsergebnisse - Fazit und
endgültige Vorgehensweise
Flutschäden II: Bergung des Fotoarchivs im Institut
für Pathologie Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt (Volker
Dietzel, Ulrike
Müller) In Folge der sintflutartigen Regenfälle, die am 11. und
12. August 2002 in Tschechien, im sächsischen Erzgebirge und
in Dresden niedergingen, trat neben vielen Gebirgsflüssen
auch die Weißeritz über die Ufer. Innerhalb weniger
Stunden schwoll der kleine Fluß zu einem reißenden
Strom an, brach aus seinem Bett aus und überschwemmte am
12./13. August auf seinem Weg zur Elbe besonders den alten
Dresdner Stadtteil Friedrichstadt. Im historischen
Krankenhausgebäude des Institutes für Pathologie am
Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt befand sich in den
Kellerräumen ein erst 1999 eröffnetes Museum mit einem
umfangreichen fotografischen Archiv. Die Räume wurden
innerhalb von Stunden bis zu einer Höhe von 1,00 bis 1,15
Meter mit schlammigem Wasser überflutet. Infolge der
Überflutung fiel der Strom aus, und die Patienten
mußten notevakuiert werden. Die Mitarbeiter des
Krankenhauses hatten daher keine Möglichkeit mehr, die
Museumsbestände - neben dem fotografischen Bestand auch
medizinische Präparate und historische Gerätschaften -
in Sicherheit zu bringen. Archivbestand - Bergung - Resümee
Geldspenden für die Restaurierung der Fotosammlung im
Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt: http://www.khdf.de
| Firma Frigolanda: http://www.frigolanda.com
Fortbildung
Fotografenausbildung: "Und die Negative heben wir zwei Jahre
auf - dann werfen wir sie weg" (Joh.
Christoph Moderegger) Welche Rolle spielen konservatorische Themen in der
Fotografenausbildung? Leider gibt es kein Unterrichtsfach, das da
heißt: "Sammeln, Bewahren, Erhalten". Es muß also
zunächst einmal geklärt werden, in welche Teilaspekte
sich die konservatorische Sicht auf die Fotografie untergliedern
läßt und welche Unterrichtsfächer diese Themen
behandeln oder berühren. Nach meinem Verständnis lassen
sich drei Bereiche abgrenzen, die sich auch in Unterrichtsfeldern
wiederfinden lassen: historisches Bewußtsein, handwerkliche
Materialkenntnis und allgemeinverständliche
Ordnungssysteme. Handwerksausbildung - Historisches Bewußtsein -
Materialkenntnis - Ordnung - Geschichtsverlust
DE-Leipzig: Wie dokumentarisch ist die Fotografie? Oder: Kann
man die Wirklichkeit fotografisch archivieren? (Thomas
Wiegand) Diese schwierigen Fragen stellten sich in Zusammenhang mit
einer Ausstellung dokumentarischer Fotografien in der Galerie
für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Zu sehen gab es
vom 13. April bis 16. Juni 2002 die bislang umfangreichste
Präsentation der Sammlung "East" (Untertitel: "Archiv der
Wirklichkeit", in früheren Publikationen unter dem Namen "Vor
Ort"), die im Auftrag der Verbundnetz Gas AG seit 1992 von Max
Baumann, Matthias Hoch, Frank-Heinrich Müller und Thomas
Wolf, später auch von anderen Fotografen, in und über
die neuen Bundesländer (oder, je nach Standpunkt, die
ehemalige DDR) erarbeitet wurde. Die Ausstellung - Fotografengespräch - Referate - Fragen
und Antworten - Anmerkungen
Verbundnetz Gas AG, Internetpräsentation der Sammlung:
http://www.vng-art.de
Ernste Belustigung: Die Ausstellung Ich sehe was, was Du
nicht siehst!" im Agfa Photo-Historama Köln (R.
Sachsse) Der Jahrmarkt ist der Wissenschaft ein halbes, der Kunst ein
ganzes Jahrhundert voraus. Marshall McLuhan hat dies -
sinngemäß, nicht wörtlich - in seinem Buch
"Understanding Media" geäußert, und Bazon Brock hat in
einer Eröffnungsrede, die auch im Ausstellungskatalog
abgedruckt ist, daran erinnert. Es gibt tatsächlich keine
bessere Gelegenheit, diese medienhistorische Binsenweisheit, die
allen KunstwissenschaftlerInnen so weh tut, wieder hervorzukramen,
als die Ausstellung der Sammlung des Filmemachers Werner Nekes aus
Mülheim an der Ruhr. Der Mann selbst ist, noch keine sechzig
Jahre alt, eine Legende in der Avantgarde-Geschichte des deutschen
Films, und seine Sammlung war bislang mindestens ebenso
legendär, geradezu sagenumwoben. Damit ist es jetzt, zum
Glück, vorbei: Wer noch staunen kann, der soll es hier
tun!
Aus den Sammlungen
Foto-Erbe II: Der Fotonachlaß Willy Pragher im
Staatsarchiv Freiburg (Martin
Stingl) Sie sind zahlreich, die Klagen über den Zustand der
fotografischen Sammlungen und Nachlässe in Deutschlands
Archiven und Museen. Wolfgang Hesse brachte es auf den Punkt, als
er vor nunmehr 10 Jahren im Tagungsheft zum 2. Münchner
Fotosymposium 1992 schrieb: "Fast überall gibt es
Fotografien, fast niemand weiß mit ihnen richtig umzugehen,
fast überall fehlt das Geld, einmal als richtig Erkanntes
dann auch zu realisieren ( )." Die Sensibilität für
die Belange der Fotoarchivierung hat seither zweifellos
zugenommen. Nicht in dem erwünschten Maß üppiger
geworden sind jedoch die zur Verfügung gestellten Ressourcen.
Knappheit an Mitteln ist kein fotospezifisches Phänomen in
der Archivarbeit, sondern gilt generell. Knappheit zwingt zu
Abstrichen an Ideallösungen, sie muß aber nicht
unbedingt eine Lösung überhaupt unmöglich machen.
Der Fotonachlaß Willy Pragher im Staatsarchiv Freiburg, mit
mehreren hunderttausend Bildern der größte
Nachlaß eines Fotografen in einem
baden-württembergischen Staatsarchiv, kann als Beispiel
für die Probleme dienen, die die Nutzung und Erhaltung eines
großen Bildbestandes in einem staatlichen Achiv
aufwerfen. Willy Pragher (1908&endash;1992) - Nutzung - Klassische und
neue Wege der Vermarktung - Bestandserhaltung - Fazit -
Anmerkungen
Projekt EVA, "European Visual Archive": http://www.eva-eu.org
| SEPIA-Programm "Safeguarding European Photographic Images for
Access": http://www.knaw.nl/ecpa
Halle VII: Ein uneingelöstes Vermächtnis (Katarina
Horn) Die 1918 vom Stadtrat und Fotografen Adolf Sander an die Stadt
Leipzig übergebene Sammlung historischer Fotografien und
Fototechnik sollte den Grundstock bilden für ein Fotomuseum
in Leipzig. Die historischen Umstände verhinderten die
Einrichtung einer solchen Institution, die, neben der
anschaulichen Vermittlung der Fotografiegeschichte für
fotografierende und nicht fotografierende Kreise, sich ebenso als
Bildungsort für die ortsansässige "Akademie für
Graphische Künste und Buchgewerbe" verstanden wissen wollte.
Die Sammlung Sand befindet sich heute im Museum für
Kunsthandwerk in Leipzig. Ihr einstiger Umfang läßt
sich anhand der dürftig vorhandenen Quellen allerdings nur
noch in Teilen rekonstruieren. Die Vorgeschichte - Sander-Schenkung und Erwerbungen - Zum
Verbleib der Sander-Schenkung - Anmerkungen
Museum für Kunsthandwerk/Grassimuseum Leipzig: http://www.grassimuseum.de
| Stadtgeschichtliches Museum Leipzig: http://www.t-online.de/home/Stadtmuseum.Leipzig
| Kamera- und Fotomuseum Leipzig: http://www.fotomuseum-leipzig.de
DE-Leipzig: Die Zusammenarbeit des Bauhauses mit der Leipziger
Firma Kandem
Museum für Kunsthandwerk/Grassimuseum Leipzig: http://www.grassimuseum.de
Foto-Erbe III: (Urheber-)Rechtliche Probleme in
öffentlich-rechtlichen Sammlungen und Archiven (Karl
Heinz Pütz) Beginnen möchte ich mit gleich drei Vorbemerkungen, an
denen ich mich aber bereits zum Thema entlanghangeln will. In
diesem Zusammenhang werde ich auch auf neuere Entwicklungen des
Urheberrechts eingehen, um dann anschließend einige
Schwerpunkte anzusprechen. Erste Vorbemerkung - Zweite Vorbemerkung - Dritte Vorbemerkung
- Schutzrechte und -fristen - Perspektiven für Museen -
Anmerkungen
EU-Richtlinie zu Katalogbildern bzw. Werken in Ausstellungen und
Versteigerungen: http://www.recht-der-homepage.de/richtlinie.html
| Übersicht über Bildhonorare der
Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM), einem Arbeitskreis
des Bundesverbandes der Pressebild-Agenturen und Bildarchive
(BVPA): http://www.bvpa-ev.de
Arbeitsgruppen
Hessen: AK Fotografie im HMV (Petra Rau) Als optisches Gedächtnis" ist die Fotografie in
allen ihren Aspekten das Bildmedium unseres Industriezeitalters,
sowohl in der vielfältigen Verwendung in Technologie und
kultureller Praxis als auch in der weiten Verbreitung und in der
Auseinandersetzung mit ihren Bildinhalten. Als Teil des
künstlerischen, kulturellen, technischen, wirtschaftlichen
und des Alltagslebens hat sie ihren Niederschlag in Museen und
Archiven gefunden, ihre Bedeutung als wichtiges Kulturgut und
Sammlungsobjekt wird endlich erschlossen. Der Arbeitskreis
Fotografie im Hessischen Museumsverband widmet sich diesem Thema
nun seit über zehn Jahren. Arbeitskreistreffen und Jour Fixe - Die Vortragsreihe -
Fotokonservierung und Bildrechte - Jahresprogramm 2003 - Besuch im
Kolonialen Bildarchiv der StUB-Frankfurt - Digitalisierte Bilder
der Frankfurter Stadtgeschichte - Die Fotosammlung des documenta
Archivs - f1 online: digitale Bildagentur - Fotografien der
Saalburg aus dem 19. Jahrhundert - Neue Vortragsreihe -
Museumsseminar
AK Fotografie im HMV: http://www.museumsverband-hessen.de
DGPh: Vorstandwahlen
Deutsche Gesellschaft für Photographie: http://www.dgph.de
Literatur
Neuerscheinungen: Zwei biografische Lexika (R.
Sachsse)
Postkarten: Pioniere, Panzer und Parolen (A. Krase)