Rundbrief Fotografie
Vol. 8, No. 4/ N.F. 32, Dezember 2001
Karl-Ludwig Lange: Potsdamer Platz, 25. Dez. 2000
(Vorderseite); Potsdamer Platz, 1975 (Rückseite),
Barytabzüge, je 23,5 x 30 cm, Besitz des
Fotografen.
Essay: Karl-Ludwig Langes Stadtfotografie (M.
Neumann)
Kolumne
Fotoausstellungen (III): "Sehen, Beobachten, Denken". Wolfgang
Tillmans, Richard Avedon, August Sander (mit Exkursen) (Carolin
Förster)
Virtuose Inszenierung: Wolfgang Tillmans "Aufsicht" - Exurs I:
"The Contemporary Face" - Richard Avedon "In the American West" -
August Sander "Menschen des 20. Jahrhunderts" - Exkurs II:
"Familienbild" - Anmerkungen - Adressen
Technikgeschichte: Die Verwendung von Dichromaten in der
Fotografie vor 1850 (K.
Pollmeier) Der folgende Beitrag entstand im Rahmen des Mellon
Advanced Residency Program in Photograph Conservation" in
Rochester, NY, USA [1]. Dieses Weiterbildungs- und
Forschungsprogramm, an dem außer unserem Redakteur Klaus
Pollmeier auch noch Jens Gold aus Deutschland teilnahm, gibt acht
Fotokonservatoren Gelegenheit, sich zwei Jahre lang mit
fotokonservatorischen Fachproblemen auseinanderzusetzen. Das
Programm legt dabei großen Wert auf das Studium von
Primärquellen. Wie spannend dabei selbst Randbereiche der
Fotogeschichte werden können, zeigt dieser Text.
Was ist ein Dichromat? - Frühe Forschung - Fotografische
Anwendung - Laborversuche - Anmerkungen - Literatur
D-Leipzig: Archiv für Geographie des Instituts für
Länderkunde Leipzig (P.
Steinhardt) Eine umfangreiche historische Fotosammlung, die den Anspruch
formulierte, die gesamte Welt im Kleinen abzubilden und zu
archivieren, ist Bestandteil des Archivs für Geographie in
Leipzig. Innerhalb der Sammlungsstrategien, aber auch der
Institutsgeschichte kam es zu mehrfachen Brüchen,
Abweichungen und Veränderungen, die sowohl das Material, als
auch die Sammlung selbst als einzigartig und eigen erscheinen
lassen. Das Archiv für Bildgeschichte - Der Sammlungsbestand -
Das Foto im Archiv - Ausblick - Anmerkungen
SK-Stiftung Kultur: August Sanders Portraitwerk im Licht der
Wissenschaften (Th.
Wiegand) Wer würde ernsthaft bezweifeln, daß August Sanders
Bildnisse in der Geschichte der Fotografie einen sehr hohen
Stellenwert besitzen? Zu beweisen ist diese These weniger einfach,
denn die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sander ist noch
nicht soweit gediehen, wie man das angesichts der Bedeutung des
Fotografen vermuten könnte. Dies zu ändern hat sich die
Photographische Sammlung der Kölner SK-Stiftung Kultur als
Betreuer des Sanderschen Nachlasses vorgenommen.
Symposium - Publikationspläne - Anmerkungen
D-Berlin: DCP - Anfang oder Ende? Unter Datum vom 5. Oktober 2001 verbreitete der Pressedienst
der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den nachfolgend
dokumentierten Text. Er gibt - entgegen der Optimismus
simulierenden Überschrift - das Ende der großen
Pläne zur Einrichtung eines (des!) "Deutschen Centrums
für Photographie" bekannt. Über die Beweggründe des
Zurückruderns und die Chancen eines Neuanfangs darf
spekuliert werden: Ist der Hoffnung der Mitteilung zu trauen,
daß Akzeptanz von Fotografie bei den Trägern der
Stiftung "strategisch" geschaffen - zumindest tiefgreifend
verbessert - werden könne, um günstigere Voraussetzungen
für das "Kompetenzzentrum" zu schaffen? Warum ist der Kampf
um die Verteilung der Mittel in andere Prioritäten
resultiert? Liegen die Gründe in der Qualität der
vorhandenen Sammlungen oder im Unverständnis für die
Rolle der Fotografie im 19. und 20. Jahrhundert, wie sie sich in
den durch die Museen vertretenen Wissenschaften und Kulturen
entwickelt hat? Sind es Konflikte zwischen den einzelnen
Sammlungen und der Generaldirektion um Kompetenzen? Welche
Interessen haben sich warum stattdessen durchgesetzt? Was ist mit
den beiden Kuratorenstellen zu bewirken? Sind für den nun
vorliegenden Notplan tatsächlich ausreichende Mittel
vorhanden, zumal das allerorts gepriesene Allheilmittel privaten
Kultursponsorings nicht recht zuverlässig ist? Woher soll
Vertrauen in die Absichten der Stiftung aufkommen, da nun
brüsk alle geweckten Erwartungen um Jahre und große
Höhen zurückgeworfen wurden? Der Berg gebar ein
Mäuslein ... (W.
Hesse)
Das Deutsche Centrum für Photographie nimmt Gestalt an
(Stiftung
Preußischer Kulturbesitz)
D-Essen: "Bitte recht freundlich!" (S.
Schneider) Das Fotoarchiv des Ruhrlandmuseums präsentiert sich
erstmals auch außerhalb des Wechselausstellungsprogramms im
neu eingerichteten Fotokabinett. Dieser Raum wird in lockerer
Folge bespielt mit Foto-Schätzen aus dem Archiv und bietet
die Möglichkeit, im kleinen Rahmen mit 40 bis 80 Bildern
einen Einblick in die Sammlungen zu tun, Neuerwerbungen oder
besondere Werkgruppen zu sehen. Zur jeweiligen Ausstellung
erscheint ein reich bebildertes Faltblatt mit einen informativen
Text.
D-Dresden: Blicke | Fragmente (W.
Hesse) Anläßlich der Einweihung der Dresdner Synagoge am 9.
November 2001 bereitete die Abt. Deutsche Fotothek der
Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und
Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) eine Ausstellung vor,
die in zwei Fassungen realisiert wurde: zum einen als
Fotografieausstellung mit Papierabzügen für die
Zentralbibliothek der SLUB im Campus der TU, zum anderen als orts-
und zeitunabhängige Internetversion. Beide Ausstellungen
standen unter dem Titel "Blicke | Fragmente. Bilder jüdischen
Lebens in der Deutschen Fotothek" und folgten derselben
thematischen Gliederung. Sie unterschieden sich außer in
ihrer Medialität v.a. in der Bildmenge: Während die
Fotografieausstellung fast 150 Motive vorstellte, beschränkt
sich die Onlinefassung aus technischen Gründen auf hieraus
ausgewählte 17 Aufnahmen. Der nachstehende Beitrag
reflektiert inhaltliche Voraussetzungen und konzeptionelle
Überlegungen, die zur Gestaltung der Print-Version
führten.
Inhalte und Formen - Systematisches - Bestandssichtung -
Präsentation - Themenalben - Ausblick
Leihausstellung: SchadensBilder
Technische Sammlungen der Stadt Dresden: http://www.tsd.de
Dokumentationsfotografie
DFG-Projekt "Fachgeschichte der volkskundlichen Fotografie"
(I): Visualisierung zwischen Folklore, völkischer
Wissenschaft und ethnographischem Forschungsfeld (U.
Hägele)
In den volkskundlichen Instituten und Museen lagert heute eine
fast unüberschaubare Menge von Fotografien. Sie zeigen
Trachten, Bauernhäuser, rurale Gerätschaften,
Fasnachtskostüme, Votivtafeln, brauchtümliche Handlungen
und Menschen. Vor dem Hintergrund einer durch Industrialisierung,
Mobilität und Verstädterung langsam verschwindenden
Volkskultur entstanden die Bilder aus einem heute zwanghaft
anmutenden Bestreben nach allumfassender Dokumentation: Sammeln
als pathologischer Akt bürgerlicher Sinnstiftung - das
Museumsarchiv eine Bewahranstalt, die fotografische Bilder in
einen Dornröschenschlaf versetzt.
Visualisierung und Analyse als ethnographische Grundlagen -
Fotografie als dokumentarisches Artefakt - Den Kontext herstellen
- Fotoanalyse - Interdisziplinäre Gemeinsamkeiten und
Gegensätze - Fotografie als volkskundliche Methode -
Popularisierung durch visuelle Reproduktion - Anmerkungen
SEPIA: Es ist nicht allein die Aufbewahrung ... (E.
Klijn) "Wenn Sie es nicht im Index finden, lesen sie sehr
sorgfältig den gesamten Katalog durch" (Anonym; Sears,
Roebuck & Co.: Kundenkatalog von 1897). Im Jahr 1999 hat die
ECPA (European Commission on Preservation and Access) ein Projekt
initiiert, das sich mit der langfristigen Erhaltung aller Arten
von fotografischen Materialien und neuen Technologien beim
Management fotografischer Sammlungen beschäftigt; das Projekt
läuft unter dem Namen SEPIA (Safeguarding European
Photographic Images for Access). Das Projekt ist insbesondere zu
dem Zweck eingerichtet worden, Vertreter der verschiedenen Typen
von Institutionen zusammenzubringen, die Fotomaterial in ihren
Beständen haben: Bibliotheken, Archive und Museen ebenso wie
Forschungsinstitute. SEPIA wurde, zunächst für ein Jahr,
von der EU finanziert im Rahmen des Programms Kultur 2000, im
letzten Jahr wurde die Finanzierung für weitere drei Jahre
verlängert. In the Picture - Beschreibungselemente - Neue Qualitäten?
- Auswahlkriterien - Standards - Zusammenfassung - Anmerkungen