Rundbrief Fotografie
Vol. 8, No. 3/ N.F. 31, September 2001
Christian Borchert (1942-2000): Regenschauer am
Nöldnerplatz, Berlin Mai 1971.
Nachlaß Christian Borchert, SLUB Dresden, Abt.
Deutsche Fotothek, Barytpapier 159 x 238 mm.
Essay: Christian Borchert (1942-2000): S-Bahnhof
Nöldnerplatz, 1971 (E.
Kaufhold)
Kolumne
Fotoausstellungen (II): Ausstellungsstrategien von Sammlungen
oder Wie man ohne Geldverschwendung mit den eigenen Pfunden
wuchert ... (Carolin
Förster)
Wie man aus der Not eine Tugend macht - Initiative der Betroffenen
- Berlin im Umbruch: Alle Jahre wieder - Sponsoren übernehmen
Museumsaufgaben: Leipziger Beispiel - Ausstellung im Baushaus
Dessau - Essen: Das Universum der Architekturfotografie -
Anmerkungen - Adressen
Fotografische Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin: http://www.stadtmuseum.de
| Bauhaus Dessau: http://www.bauhaus-dessau.de
| Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft: http://www.vorort.vng.de
| Museum Folkwang, Fotografische Sammlung: http://www.museum-folkwang.de
| Stipendium für Museumskuratoren für Fotografie der
Alfried-Krupp-von-Bohlen-und-Halbach-Stiftung: info@krupp-stiftung.de
Konservatorisches
Barytpapiere im Großformat (II): Archivierung und
Handhabung eines fotografischen Großformates (C.
Gerlach) Der Restaurierung großformatiger Objekte, wie
Plänen, Karten oder Großfotografien, wurde bisher keine
allzu große Bedeutung eingeräumt, obgleich neben der
normalformatigen Gebrauchsfotografie bereits seit dem 19.
Jahrhundert auch die großformatige Kunstfotografie
verstärkt anzutreffen ist. Als Gründe könnten
dafür sowohl der vergleichsweise große Zeitaufwand der
Bearbeitung als auch die oftmals eingeschränkten
Raumverhältnisse in den Werkstätten genannt werden, die
eine Bearbeitung solcher Objekte zu einer Herausforderung machen.
Auch nach der Restaurierung schränkt sich die Benutzung des
großformatigen Objektes ein, wenn für die Handhabung
nicht entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.
Übernahmezustand - Vorüberlegungen - Allgemeine
Möglichkeiten zum Glätten und Aufbewahren -
Gewebeabnahme - Glätten des Plans und Vorbereitung des neuen
Trägers - Aufbringen des Plans auf den vorbereiteten
Untergrund - Lagerungsverpackung des Originalgewebes - Auswertung
- Anmerkungen
Fortbildung
D-Leipzig: Kolloquium "Bildquellen und Industriegeschichte"
(A.
Martin)
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde:
http://www.isgv.de
Laszlos Leica: Mutmaßungen zur Technik eines
Avantgarde-Instruments (R.
Sachsse) Lange genug habe ich bei der Auflösung des Nachlasses von
Lucia Moholy nach Dokumenten und Dingen gesucht, auf deren Bestand
ich gehofft hatte; ein Gegenstand jedoch fand sich, den ich nicht
erwartet hatte: Eine Leica I mit fest verschraubtem Objektiv Elmar
1:3,5/50 mm war in eine neuere Ledertasche gesteckt, die nicht
für dieses Modell entworfen war. Die Kamera war, bis auf das
Fehlen eines Glases im Sucher, in gutem Zustand und dem Gehör
nach voll funktionstüchtig. Für einen richtigen Testfilm
fehlten mir Zeit und Licht; ein handelsüblicher Kleinbildfilm
ließ sich immerhin perfekt einlegen und transportieren. Der
genaue Kameratyp ist nicht leicht zu bestimmen. Dem Gehäuse
und Objektiv nach muß es sich um eine Leica I der
Produktionsjahrgänge 1926 (Einführung dieses Objektivs)
bis 1928 (Einführung des Objektivwechsel-Gewindes am
Gehäuse) handeln. Sie ist allerdings stark überarbeitet
worden. Sucher und Auslöseknopf sind in ursprünglichem
Zustand belassen, der Zubehörschuh ist ausgewechselt worden.
Vor allem aber ist der ganze Gehäusedeckel
unsachgemäß überchromt worden, so daß
Beschriftung und Gehäusenummer nicht mehr erkennbar sind, was
eine eindeutige und letztendliche Zuschreibung der Kamera
unmöglich macht. Daß es sich jedoch eindeutig um eine
Leica und keinen Nachbau handelt, läßt sich durch das
gerade noch lesbare D.R.P." auf dem Mantel des
Auslöseknopfes behaupten.
Fachhochschule Niederrhein, FB 02 Design: http://www.fh-niederrhein.de/fb02/sachsse
| History of Photography (Taylor & Francis Group): http://www.tandf.co.uk/journals/tf/03087298.html
Aus den Sammlungen
Schweiz: 30 Jahre Schweizerische Stiftung für die
Photographie (B.
Filzmaier) "In der Schweiz gibt es unzählige Fotoarchive und
Sammlungen. Sie sind jedoch verstreut, wenig erfasst, kaum
aufgearbeitet und inventarisiert. Welche wirtschafts- und
sozialhistorische Bedeutung sie haben, belegen in jüngster
Zeit immer wieder reizvolle Ausstellungen, etwa über
polizeidienstliche und Fahndungsfotografie (Tatort, Museum
für Gestaltung 1998) oder Industriefotografie (Industriebild
&endash; Der Wirtschaftsraum Ostschweiz in Fotografien von 1870
&endash; heute, Fotomuseum Winterthur, 1994). Welcher Bedarf nach
einer zentralen Auffangstation etwa für Firmenarchive
besteht, illustriert der fotografische Nachlass der Firma von
Roll, der im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Betriebs
ans Fotomuseum Winterthur überging. Für die konsequente
Aufarbeitung dürfte es dem Haus jedoch an Kapazität und
Finanzen fehlen. Allein die Archive und Sammlungen, die der
Kulturhistoriker Peter Pfrunder (Direktor der Schweizerischen
Stiftung für die Photographie, B.F.) für die
beispielhafte Ausstellung "Seitenblicke", eine Schweizer
Photochronik der letzten 150 Jahre, berücksichtigte sind die
Spitze des Sammlungsberges . Neben den Nachkommen des
erwähnten Urner Dorffotografen Aschwanden bewahren und
sammeln, wie das Quellenverzeichnis ausweist, die verschiedensten
Institutionen: Vom Landesmuseum und dem Eidgenössischen
Archiv für Denkmalpflege - den beiden wichtigsten
bundeseigenen Sammlungen - über die Schweizerische Stiftung
für die Photographie, diverse Heimatmuseen und Staatsarchive,
das Maggi- oder Novartis-Archiv, dem Zirkus Knie, die
Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung,
Universitätsfakultäten bis zum Schweizerischen
Fleckviehzuchtverband. Die Photochronik belegt deshalb nicht nur
vorzüglich, welcher historische,
mentalitätsgeschichtliche und soziale Quellenwert Fotografien
innewohnt, sondern auch, wieviel ganz unterschiedlich orientierte
Stellen in der Schweiz Fotografien bewahren."
Gründung der SSP - Aufgaben und Ziele - Umsetzung (Die
Sammlung - Nachlässe und Archive - Ausstellungen -
Publikationen - Bibliothek) - Probleme mit der Umsetzung -
Aufbruch zu neuen Zielen (ZWISCHENraum - Projekt "ETH Zürich"
- Projekt "fotozentrum.ch" in Zürich - Projekt
"fotozentrum.ch" in Winterthur) - Anmerkungen
Schweizerische Stiftung für die Photographie (SSP): http://www.fotozentrum.ch,
http://
www.kunsthaus.ch/d/ssp/stiftung.htm | Schweizerisches
Bundesamt für Kultur (BAK): http://
www.kultur-schweiz.admin.ch | Kunsthaus Zürich: http://
www.kunsthaus.ch | Fotomuseum Winterthur: http://www.fotomuseum.ch
CH-Winterthur: Vom rechten Gebrauch der Bilder (C.
Brink) Nach einem erfolgreichen, von einer bemerkenswerten Resonanz in
der Presse begleiteten Start im Hôtel de Sully in Paris hat
das Fotomuseum Winterthur als zweiter Ausstellungsort Fotografien
aus den nationalsozialistischen Konzentrations- und
Vernichtungslagern präsentiert. Clément Chéroux
und Pierre Bonhomme, die verantwortlichen Kuratoren, haben
Aufnahmen aus der Zeit der Lager zusammengetragen, dazu Fotos der
Befreiung im Frühjahr 1945 sowie aktuelle
fotokünstlerische Arbeiten zur Erinnerung an die Lager: "Die
Lager - Bildgedächtnis der Nazi-Konzentrations- und
Vernichtungslager (1933-1945)". Die Ausstellung war im Fotomuseum
Winterthur vom 7. April bis 3. Juni 2001 zu sehen.
Zum Ausstellungskonzept - Neue Fragen an bekannte Bilder -
Dokument versus Symbol
Fotomuseum Winterthur: http://www.fotomuseum.ch
D-Leipzig: "Foto-Anschlag" - leicht daneben (C.
Sonntag) Eine alte Frau hebt vorsichtig prüfend eine
Milchtüte. Sie hält sie über einen Behälter
mit z.T. geplatzten Tüten und wartet, bis die
überschüssige Milch abgelaufen ist. Erst dann wird sie
entscheiden, ob sie dieser Tüte zutraut, den Nachhauseweg zu
überstehen. Ort: eine Konsum-Kaufhalle in Dresden, DDR. Zeit:
1980. Foto: Christian Borchert. Dieses Bild ist der
Publikumsliebling der Ausstellung "Foto-Anschlag. Vier
Generationen ostdeutscher Fotografen". Das Zeitgeschichtliche
Forum Leipzig hat für diese Schau unter der Leitung von Bernd
Lindner mehr als 300 Fotografien zusammengetragen. Hier sollen
Einblicke in den Alltag der DDR fernab der staatlichen
Inszenierungen gegeben werden. Es sind die kleinen Gesten, auf
deren Suche sich das Leipziger Team begibt, die ungeschminkte
Realität.
Generationen - Dokumente und Bilder - Foto-Anschlag
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig: http://www.hdg.de/zfl
EDV
Strategien: Fotografie und Neue Medien (S. Schneider) Der folgende Text basiert auf einem Vortrag
anläßlich einer Veranstaltung des Kulturbüros
Essen, bei der es um Analysen und Empfehlungen im Hinblick auf die
Einrichtung von Bilddatenbanken in öffentlichen Archiven und
Sammlungen ging. Die Autorin ist Leiterin des Fotoarchivs im
Ruhrlandmuseum Essen, das neben einigen Tausend Prints und mehr
als einer Million Negativen (vor allem Nachlässe und Archive
von Bildjournalisten, Industrie- und Werbefotografen wie etwa Ruth
Hallensleben und Ludwig Windstoßer) zu den
größten systematischen Sammlungen in einer Region
gehört. Eine strukturierte Bilddatenbank, in die
möglichst große Teile dieser Bestände aufgenommen
werden sollen, ist in der Planung. Momentan werden Anfragen in der
Regel über Kontakt- bzw. Studienabzüge und eine
Textdatenbank abgewickelt und sowohl konventionelle
Aufsichtsvorlagen als auch Datensätze von jeweils einzeln
hergestellten Scans verschickt. Der Bericht entwirft also auch
Grundlinien eigener Zukunft und entwickelt aus praktischen und
strukturellen Überlegungen heraus Aussagen, Anforderungen und
Fragen.
Phantasie und Datensätze - Fotografien und digitale Techniken
- Überlieferung und Zugänglichkeit -
Digitalisierungsprojekte - Bilddatenbanken - Rechtsfragen -
Schlußfolgerungen - Anmerkungen
Ruhrland-Museum: http://www.ruhrlandmuseum.de
| EDV-Tage Theuern 1196: http://www.bayern.de/HDGB/
| Deutsche Forschungsgemeinschaft: http://www.dfg.de
Recht
Nachnutzungen: Fotografie und Gedächtnis" vor
Gericht (Th.
Wiegand)